Was das Gesetz vorschreibt
In Deutschland müssen Pkw-Reifen eine Profiltiefe von mindestens 1,6 mm haben – gemessen in den Hauptrillen über die gesamte Lauffläche. Das gilt für Sommer-, Winter- und Ganzjahresreifen gleichermaßen.
Wer mit weniger Profil unterwegs ist, muss mit einem Bußgeld und einem Punkt in Flensburg rechnen. Bei der Hauptuntersuchung (HU, umgangssprachlich „TÜV“) führen abgefahrene Reifen zu einem erheblichen Mangel – eine Plakette gibt es dann nicht.
Warum 1,6 mm zu wenig sind
Das gesetzliche Minimum ist eine Untergrenze, keine Empfehlung. Mit sinkender Profiltiefe kann der Reifen immer weniger Wasser aus der Aufstandsfläche verdrängen. Die Folgen:
- Längerer Bremsweg, vor allem auf nasser Fahrbahn
- Früheres Aquaplaning bei Regen und Pfützen
- Weniger Halt in Kurven
- Bei Winterreifen: deutlich schlechtere Traktion auf Schnee und Matsch
Verkehrsclubs und Reifenhersteller empfehlen deshalb:
- Sommerreifen: mindestens 3 mm
- Winterreifen: mindestens 4 mm
So messen Sie die Profiltiefe selbst
Mit dem Profiltiefenmesser
Am genauesten geht es mit einem Profiltiefenmesser, den es für wenige Euro im Fachhandel gibt. Stecken Sie den Messstift in eine Hauptrille, drücken Sie das Gehäuse auf die Lauffläche und lesen Sie den Wert ab. Messen Sie an mehreren Stellen – innen, mittig, außen – und an mehreren Punkten des Umfangs.
Die 1-Euro-Münze als Faustregel
Keinen Messer zur Hand? Dann hilft eine 1-Euro-Münze. Stecken Sie sie in eine Hauptrille:
- Verschwindet der goldene Rand vollständig im Profil, haben Sie noch etwa 3 mm oder mehr.
- Ist der goldene Rand gut sichtbar, liegt das Profil darunter – Zeit, über neue Reifen nachzudenken.
Das ist nur ein Richtwert, aber für eine schnelle Kontrolle an der Tankstelle völlig ausreichend.
Die Verschleißanzeiger (TWI)
In den Hauptrillen jedes Reifens sitzen kleine Stege, die sogenannten TWI-Markierungen (Tread Wear Indicator). Ihre Lage erkennen Sie an kleinen Symbolen oder den Buchstaben „TWI“ an der Reifenschulter. Sind die Stege auf gleicher Höhe wie die Lauffläche, ist die gesetzliche Grenze von 1,6 mm erreicht. Dann sollten Sie den Reifen sofort ersetzen.
Ungleichmäßiger Abrieb ist ein Warnsignal
Achten Sie nicht nur auf die Tiefe, sondern auch auf das Abriebbild:
- Außen oder innen stärker abgefahren: Hinweis auf eine falsche Spur oder einen falschen Sturz
- In der Mitte stärker abgefahren: dauerhaft zu hoher Luftdruck
- An beiden Schultern stärker abgefahren: dauerhaft zu niedriger Luftdruck
- Auswaschungen oder Dellen: möglicherweise Probleme mit Stoßdämpfern oder Unwucht
In solchen Fällen lohnt sich eine Achsvermessung in der Werkstatt, sonst ist auch der neue Reifen schnell verschlissen.
Luftdruck regelmäßig prüfen
Der richtige Luftdruck verlängert die Lebensdauer Ihrer Reifen. Die Sollwerte finden Sie meist im Tankdeckel, in der Fahrertür oder in der Betriebsanleitung. Prüfen Sie den Druck etwa alle zwei Wochen und vor längeren Fahrten – am besten bei kalten Reifen.
Neue Reifen ohne Werkstatttermin
Ist das Profil fast am Ende, müssen Sie nicht auf einen freien Termin in der Werkstatt warten. Der mobile Reifenservice montiert neue Reifen dort, wo Ihr Auto steht, wuchtet die Räder aus und prüft den Luftdruck. Einen Termin können Sie bequem online buchen.
Kurz zusammengefasst
- Gesetzliches Minimum: 1,6 mm
- Empfohlen: 3 mm im Sommer, 4 mm im Winter
- Schnelltest: 1-Euro-Münze – goldener Rand verschwunden = etwa 3 mm
- TWI-Stege bündig mit der Lauffläche = Reifen sofort tauschen
- Ungleichmäßiger Abrieb deutet auf Fahrwerk oder Luftdruck hin
Fragen zu Ihren Reifen oder ein Termin für neue Reifen vor Ort? Rufen Sie uns an: 0176 2348 1190.

